Kyodo Gakusha

Jaaaa, so heisst das Projekt in dem ich bin. 🙂

Genauer Standort: Japan, Hokkaido, Shintoku

Ich arbeite hier auf einem grossen Bio-Bauernhof mit anthroposophischem Grundgedanken.

Es ist ein Ort, an dem viele Menschen leben und arbeiten können, die Probleme haben, zB. körperliche oder psychische Handicaps. Hier können sie in ihrem Tempo mithelfen und werden ernstgenommen. Zudem gibt es eine Käserei, die den besten Käse Japans produziert (hat schon ganz viele Preise gewonnen und ist wirklich himmlisch), also gibt es auch viele Leute, die hierher kommen, um zu lernen, wie man Käse macht. Nebenbei wird hier ganz viel anderes leckeres und gesundes und nachhaltiges Essen produziert (Gemüse, Getreide, Milch und alle denkbaren Milchprodukte, sie rösten hier auch Kaffeebohnen (natürlich Fair Trade :))). Dann noch gibts einen Hofladen mit Café wo man die Produkte direkt kaufen/konsumieren kann.

Mir gefällt es hier sehr gut! 🙂 Hier herrscht eine ganz besondere und sehr angenehme Stimmung, das Leben verläuft ruhig und natürlich… Es ist eine gute Mischung aus festgelegtem Programm (zB. fixe Anzahl Arbeitsstunden und klare Essenszeiten) und viel Freiheit und Selbstbestimmung. Jeder kann am Morgen sagen, was er an diesem Tag gerne machen möchte, die einzige Regel ist, das man das dann auch durchziehen soll. Man kann wählen zwischen Gemüse, Kühen, Käserei, Kochen für alle, im Café helfen und noch vielem mehr.

Aber natürlich hat jeder sehr schnell Aufgaben gefunden, die ihm entsprechen und die er dann regelmässig erledigt. Ich als Volunteer habe da wirklich freie Wahl, aber oft werde ich direkt gefragt, ob ich heute gerade Zeit für dieses oder jenes hätte. 🙂 Finde ich ganz gut, denn so genau hab ich das System hier doch noch nicht begriffen und so mach ich nicht zu viel falsch… ^^

Bis jetzt konnte ich schon ganz viele Sachen machen:

  • In dem Café helfen (und hauptsächlich Geschirrspülen ^^)  (Das Café nennen sie „Mintaru“, das bedeutet in der Sprache der Ureinwohner von Hokkaido –den Ainu– soviel wie „Plaza“)
  • Gemüse ernten oder putzen und sortieren (dabei wird man sooo dreckig, es ist unglaublich… aber wir haben eine Waschmaschine und eine tolle warme Dusche ✌ ausserdem hat man dann das schöne Gefühl, an diesem Tag so richtig etwas geleistet zu haben :))
  • Haufenweise frische Tomaten in literweise Tomatensosse verwandeln 🍅🍅🍅 😁
  • Beim Kochen mithelfen
  • Kaffeebohnen sortieren (also gute, komisch aussehende, grünliche Bohnen von schlechten, komisch aussehenden, grünlichen Bohnen unterscheiden (; )
  • Karimpani putzen (Karimpani ist das Büro/Meeting-Gebäude und der Name bedeute so viel wie „Kirschblüte“)
  • Essbare Kastanien schälen (das war mein heutiges Tagesprogramm 😁 ✌ )
  • Ich hatte einen freie Tag und an dem ging ich das Städtchen Shintoku erkunden 😀

Jaaa, das ist glaub alles bis jetzt… 🙂

Es ist wirklich sehr abwechslungsreich und interessant und –obwohl ziemlich anstrengend– gefällt mir gut! 😀 Die Leute hier sind alle sehr nett und hilfsbereit (wenn auch die meisten nicht viel Englisch können und mein Japanisch immer noch ziemlich… ähhh… schlecht… ist) und man fühlt sich wohl. Für mich ist es manchmal etwas schwer einzuschätzen, wer welche Probleme hat und wie darauf reagieren (weil alles auf Japanisch und weil wirklich viele Leute hier irgendein Handicap zu haben scheinen) aber grundsätzlich funktioniert es gut, wenn man einfach freundlich lächelt und versucht so nett und hilfsbereit wie möglich zu sein. ✌ 🙂

Nach den Mahlzeiten muss man immer sagen was man heute macht/gemacht hat und für mich ist das die Schreckenszeit des Tages, weil man da Japanisch sprechen muss und ich die Worte doch immer vergesse… ^^; Heute lautete meine Arbeit zB. „Kuri no kawa o muku“ (Kastanien schälen) und im Ernst, ich habe etwa 10x durch den ganzen Tag nachgefragt, wie das jetzt genau heisst und hab’s bis am Abend trotzdem wieder vergessen. Es ist schon fast zum Ritual geworden, dass ich mich immer, kurz bevor ich aufgerufen werde, noch schnell bei meiner Tischnachbarn erkunde „What’s … in Japanese again?😅 „. Na ja, ich hab ja noch Zeit bis Ende Februar, mir die neuen Worte einzuprägen (hoffentlich dauert es nicht ganz so lange!!!). ^^

Ansonsten lerne ich jetzt langsam die Leute hier besser kennen, und das ist schön. Wie schon erwähnt, sind alle sehr nett und freundlich. 🙂 Ich wohne im Haus, wo alle Frauen, die hier angestellt sind, schlafen, und oft sitzen einige von uns am Abend noch etwas zusammen im Wohnzimmer, trinken Tee oder essen Süssigkeiten und reden (so gut das eben geht). 🙂 So langsam kann ich mir auch alle Namen merken (Schande über mich, aber ich tue mich echt schwer mit japanischen Namen 🙈) und erfahre immer mehr über die einzelnen Personen. Und das lohnt sich wirklich, denn alle sind tolle und auch spezielle Menschen. Ich denke, weil diese Farm hier ein so spezieller, ziemlich abgelegener und wirklich offener Ort ist, wo alle so sein können, wie sie sind, zieht es hier auch eher besondere Menschen hin (also definitiv keine Normalo-Office worker-Typen).

Ich hatte sehr Glück, denn in der ersten Woche hier teilte ich mein Zimmer mit Lena, mit der ich mich auf Anhieb super verstand und die glücklicherweise auch noch gut Englisch konnte! Wir hatten eine tolle Zeit zusammen und sie konnte immer als Übersetzerin einspringen, wenn ich etwas nicht verstand (also sehr oft ^^). Jetzt ist sie leider abgereist… aber ich habe schon wieder eine neue Zimmergenossin, die auch sehr nett ist. Leider bleibt auch sie nur eine Woche… aber dann kommt bestimmt wieder jemand Neues, auf den ich mich freuen kann. 😀

Ich hoffe, dass ich euch so einen kleinen Einblick in das Leben hier geben konnte! 🙂

Ich will versuchen, bald einiges noch etwas besser zu beschreiben/erklären.  Und ich hoffe, dieser Text ist nicht allzu verwirrend… ^^

See u soon again! 😀

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Regula Zbinden sagt:

    Ein spannendes Projekt! Ich kann mir deinen Alltag gut vorstellen und freue mich, dass es dir in Japan so gut gefällt. Schön, dass du deine Erlebnisse so ausführlich beschreibst und wir so mitleben können.
    Herzliche Grüsse
    Regula und Werner im auch schönen herbstlichen Niederried

    Gefällt 1 Person

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